Das Landwirtschaftsjahr 2024
Der nasse Sommer sorgte 2024 für einen erhöhten Krankheitsdruck, was die Bedeutung des Schutzes der Kulturen wieder verstärkt in Erinnerung gerufen hat. Stabil im Jahrzehntevergleich ist hingegen die Milchproduktion. In dieser wichtigen Branche des Agrarsektors setzt sich der Konzentrationsprozess fort.

Das Landwirtschaftsjahr 2024
Der nasse Sommer sorgte für einen erhöhten Krankheitsdruck, was die Bedeutung des Schutzes der Kulturen wieder verstärkt in Erinnerung gerufen hat. Stabil im Jahrzehntevergleich ist hingegen die Milchproduktion. In dieser wichtigen Branche des Agrarsektors – sie steuert einen Viertel zum gesamten landwirtschaftlichen Produktionswert bei – setzt sich der Konzentrationsprozess fort. Inzwischen gibt es jedoch leicht mehr Milchbetriebe im Berg- als im Talgebiet und die Milchproduktion im Berggebiet bleibt konstant
Strukturverbesserungen: Projekte zur regionalen Entwicklung

Zu den Strukturverbesserungen gehören Massnahmen wie Infrastrukturen, Stallneubauten, Meliorationen sowie Projekte zur regionalen Entwicklung (PRE). Die PRE fördern die Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft, dem Tourismus und der Gastronomie und bieten eine Chance, das bäuerliche Einkommen zu erhöhen. Konkret können Projekte in den Bereichen «Produktion und Verarbeitung von landwirtschaftlichen Rohstoffen», «Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten» sowie «Aufbau und Weiterentwicklung von Betriebszweigen auf Landwirtschaftsbetrieben » unterstützt werden.
Konzentrationsprozess in der Milchwirtschaft schreitet voran

Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz rund 3,7 Millionen Tonnen Milch produziert. Mit einem Wert von 2,8 Milliarden Franken trug der Milchsektor etwa ein Viertel zum gesamten landwirtschaftlichen Produktionswert bei. Insgesamt wurden 16 648 Milchproduktionsbetriebe bewirtschaftet – weniger als die Hälfte der Betriebe als zu Beginn der 2000er Jahre. Der Rückgang fiel im Talgebiet stärker als im Berggebiet aus. Mittlerweile gibt es sogar leicht mehr Betriebe im Berggebiet.
Historisch schwache Weinernte
Die Weinernte 2024 in der Schweiz war im historischen Vergleich schwach. Insgesamt wurden 75 Millionen Liter Wein produziert. Damit ist die Weinernte 2024 die zweitschwächste der letzten 50 Jahre. Frost und Hagel sowie der hohe Befallsdruck durch Falschen Mehltau führten zu erheblichen Ertragsschäden. Das kalte und nasse Wetter im Frühling beeinträchtigte die Blüte und der regenreiche Sommer begünstigte Krankheiten. Dank der Geduld der Weinbäuerinnen und -bauern konnten die Trauben die gewünschte Reife trotz der ungünstigen Wetterbedingungen dennoch erreichen, obwohl ihr Zuckergehalt gegenüber den Vorjahren teilweise geringer ausfiel.
Nass-kühle Witterung verursacht vergleichsweise tiefe Ernte
Die Ernte 2024 war durch nasse Böden zeitweise erschwert oder im Extremfall gar nicht möglich. Die feuchten Bedingungen sorgten zudem für einen erhöhten Krankheitsdruck. 2024 wurde auf einer Anbaufläche von 14 522 Hektaren mit 352 171 Tonnen eine ähnlich tiefe Menge Frischgemüse (inkl. Lagergemüse / exkl. Verarbeitungsgemüse) wie im Hitzejahr 2023 und im Nassjahr 2021 produziert respektive auf den Markt gebracht.
Selbstständigkeit und das Arbeiten in der Natur werden geschätzt
Bei der Beurteilung der positiven Aspekte des Bauernberufs wurden 2025 sowohl von der landwirtschaftlichen Bevölkerung als auch von der übrigen Bevölkerung die Selbständigkeit und das Arbeiten in der Natur als besonders positive Aspekte des Bauernberufs bezeichnet.
Wachstum bei grossen Betrieben setzt sich fort
Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz 47 075 landwirtschaftliche Betriebe gezählt, das sind 644 Betriebe oder 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Wachstum ist hingegen bei den grossen Betrieben zu verzeichnen. So haben wie bereits in den letzten Jahren Betriebe mit 50 und mehr Hektaren 2024 um 3,1 Prozent auf 3 459 Betriebe zugenommen. Bei den Kleinstbetrieben unter 3 ha setzt sich die Stabilisierung der letzten Jahre weiter fort.
Biodiversitätsförderflächen zeigen positive Wirkung
Seit 2015 untersucht das Monitoringprogramm ALL-EMA die Pflanzen- und Lebensraumvielfalt inner- und ausserhalb von Biodiversitätsförderflächen (BFF). Die Auswertungen zeigen eine positive Wirkung der BFF. Um die Biodiversität gesamthaft zu fördern, besteht jedoch weiterhin Verbesserungspotenzial.
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